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Manuskript einreichen
 

Manche Manuskripte werden in einer hochwertigen aufwendigen Mappe eingereicht. Dann bekommt man aus einem Heft herausgerissene karierte oder linierte Seiten, mit einigen fragmentarischen hingefetzten Sätzen bzw. Teilsätzen. Wenn man Glück hat, steht noch ein Name darauf. Relativ oft fehlen weitere Kontaktdaten – da darf man dann raten, wer die Post verschickt hat und was der Schreiber will.

Gleich vorab, aufwendige Bewerbungsmappen sind nicht erforderlich, sie sind eher hinderlich, denn ein Verlag erhält sehr, sehr viel Post. Aufwendige Mappen, oder gar ganze Ordner, erhöhen die Stapel ungemein und werden für Verlage eher zu einer „Bedrohung“. Ich habe durchaus schon davon geträumt, dass mich Manuskriptstapel erschlagen, wenn sie wieder einmal zu hoch geworden sind.

Es genügt also, die Seiten zu bündeln und mit Gummiringen oder großen Klammern zusammen zu halten.

Beim Manuskript sollte unbedingt beachtet werden:

Keine Minischrift wählen, sonst tränen dem Lesenden, der ja viele Stunden seines Tages praktisch mit Lesen zubringt, irgendwann nur noch die Augen und er ist praktisch blind. Das erhöht dann auch nicht zwangsläufig den Lesegenuss und wirkt sich somit nicht unbedingt positiv aus. 

Zum Format – ich persönlich erwarte nicht unbedingt Normseiten. Ich würde allerdings Autoren bitten, nicht bereits „Buchseiten“ zu formatieren, also zwei Seiten auf einem DIN A4 Seiten queren Blatt. Es ist einfach unbequemer solche Seiten zu halten und zu lesen, besonders in Kombination mit einer extrakleinen Schrift.

Und – bitte die Seiten einseitig beschreiben, dann weiß man auch nach einer Unterbrechung genau auf welcher Seite man gerade ist.

Ganz extrem wichtig, Seiten unbedingt nummerieren. Unglaublich oft erhalte ich Manuskripte erhalte, bei denen ich als erstes die Seiten handschriftlich durchnummerieren muss.

Es empfiehlt sich überhaupt, in einer Kopfleiste den Autorennahmen, den Titel der Geschichte und die Seitennummerierung einzutragen. Auf einem Verlegerschreibtisch gibt es Papiere, Papiere, Papiere … Gelegentlich unterbrechen Anrufe, Rückfragen … Da ist es gut, alles schnell wieder zuordnen zu können.


Exposé

Das Exposé gibt dem Prüfenden einen Überblick über das gesamte Buchprojekt. Es zeigt allerdings auch schon, ob ein Autor in der Lage ist Texte kurz zusammenzufassen, oder ob er sich gern verzettelt. Das spiegelt sich dann sehr oft auch im Manuskript so wieder. Von Ausnahmen abgesehen, sollten zwei Seiten genügen.

Anschreiben

Die Form des Anschreibens spiegelt natürlich den Absender wieder. Das kann informativ sein, sehr unterhaltsam, inspirierend, irritierend aber auch völlig sachlich sein. Ausreißer in eine Richtung sind selten gut.

Außer, sie sind völlig abgefahren, haben sie keinen Einfluss auf die Entscheidung, man will ja nicht diesen Brief veröffentlichen. Besser als Experimente, Briefe die bereits versuchen literarisch, originell, unwiderstehlich und kess zu wirken, sind freundlich sachliche Briefe, die kurz das Anliegen schildern. Das wirkt professionell, sympathisch und macht neugierig auf das Beigefügte.

Ganz wichtig ist, dass das Anschreiben alle Kontaktdaten enthält. (Wie ärgerlich wäre es, wenn sich spontan Rückfragen ergeben und man findet dann keine Telefonnummer oder Mailadresse. Das könnte durchaus dazu führen, dass man es dann einfach lässt.)

Sinnlos sind Mails, die mitteilen, man habe einen Roman/Krimi/Gedichte … geschrieben, ob man Interesse daran hätte. Was soll man darauf antworten, mit Blick auf einen Stapel Manuskripte, die auf Antwort warten? Ein nicht vorliegendes Manuskript entzieht sich jeglicher Beurteilung.
 

Vita

Eine Kurzvita ist wichtig. Man möchte wissen, mit wem man gegebenenfalls zusammenarbeitet. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Autor und Verlag, kann durchaus entscheidend für den Erfolg eines Buchprojektes sein.

Ein Verlag will auch wissen, ob jemand schon Erfahrung mit Veröffentlichen hat. Ist jemand schon öffentlich aufgetreten, hat Lesungen gemacht, ein Buchprojekt oder überhaupt ein Projekt vorgestellt und präsentiert?