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Quatsch nicht zu viel

Die meisten Anfängermanuskripte enthalten viel zu viele Worte. Klar – es ist gut viel Material zu haben. Aus einem Marmorsplitter lässt sich keine Skulptur mehr formen. Also braucht man viel Material. Aber nur, um danach all das überflüssige wegmeißeln zu können. Am Ende darf nur die vollendete Skulptur übrig bleiben.

So ist es mit Texten auch. Am Schluss darf nicht mehr da stehen, als der Leser braucht, um einen Text zu verstehen. Besser eines, aber das genau richtige Wort, als dem Leser fünfzehn anbieten, aus denen er sich dann gefälligst selbst das richtige aussuchen soll

Manche Autoren stöhnen, wenn das Lektorat zu kürzen beginnt. Wie schade um die viele Arbeit – und - ein dünnes Buch ist doch viel weniger Wert. Gerade so, als ob ein riesiger Klumpen Lehm mehr Wert wäre, als ein kleiner, fein geschliffener Brillant. Und schmeckt ein Kaffee besser je mehr Wasser oder Milch daran ist? Es schmeckt nicht besser. Es ist nur mehr. Vielleicht für Herz- und Magenkranke bekömmlicher. Nichts für Feinschmecker, für Kenner, etwas davon Versteher. Die wollen einen Espresso. Und die haben Spaß, wenn ihnen der Autor nicht alles vorschreibt. Die wollen nicht das Blumenmuster auf dem Sommerkleid der Protagonistin detailgetreu beschrieben haben. Ihnen reicht eine kleine Andeutung und schon entsteht in ihrem Kopf ein wunderschönes Muster. Wenn es einer Figur schlecht geht, dann reicht manchmal ein schleppender Gang, oder die hängenden Schultern. Der Leser kapiert schon, da stimmt was nicht. In seinem Kopf entsteht ein buntes Fragenkarrussell, das er unbedingt beantwortet haben will. Also muss er weiter lesen. Wenn man ihm langwierig erklärt, dass diese Person schleppend geht, die Schultern hängen lässt, bleich ist, erstarrte Gesichtszüge hat, tiefe Ringe unter den Augen … Mann, das langweilt und stellt den Leser hin, als ob er doof wäre.

 

Hier einige wertvolle Ratgeber: