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  Little Pen  
   
   

Ja was wollen sie eigentlich - diese Verleger?

Diese Frage habe auch ich mir gestellt -
als ich mich auf die Suche nach einem Verlag gemacht habe.

♦   Warum sagen sie mir ab, obwohl alle meine Freunde den Roman gut finden?
♦   Und warum sagen sie mir nicht einmal warum?
♦   Warum geben sie Neulingen keine Chance, man braucht doch auch hier Nachwuchs?
♦   Jeder brauchte eine erste Chance.
♦   Es erscheinen Bücher, die viel schlechter sind als meines.

Alle diese Fragen sind richtig.

Jeder Verlag lebt davon, dass er Bücher macht die er dann verkauft. Doch es gibt kaum ein Produkt, bei dem so ungewiss ist, wie es sich verkaufen wird. Wenn es die Formel dafür gäbe, sie wäre Unsummen wert.

Ein neuer Autor ist wie eine Aktie - deren Wertentwicklung keiner voraussagen kann.

Es gibt also nur einige Kriterien, an denen sich der Verleger/Lektor orientieren kann. Natürlich ist eine gute Sprache ein ganz wesentliches Kriterium. Aber auch das Thema - auch dieses unterliegt den Zeitströmungen. Der Leser will Vertrautes finden, aber auch Neues, Ungewöhnliches, das in elektrisiert und inspiriert.

Bücher die Tabus brechen, können erfolgreich sein, wenn die Medien sie aufgreifen.
Aber sie können auch in der Versenkung verschwinden, bevor sie überhaupt wahrgenommen werden.
Der Autor und seine Bekanntheitsgrad, oder die Fähigkeit auf sich aufmerksam zu machen, können ausschlaggebende Punkte sein.

Fakt ist, der größte Teil der Bücher findet nur wenige Leser.
Bestseller sind ein seltener Glücksfall für Verleger und Autor.
Immerhin erscheinen 85.000 neue Bücher jedes Jahr, nur ein winzig kleiner Teil davon schafft es in die Charts.

Die Welt und die Natur sind verschwenderisch.

Nicht aus jeder Blüte wird eine Frucht. Nicht aus jedem Ei oder Samen wird ein Mensch. Nicht jede kleine Schildkröte schafft es ins Meer. Nur die Stärksten und die Glücklichen überleben. Die Vielfalt ist gut, so gibt es für jeden Leser etwas im Angebot. Diese Leser gilt es zu gewinnen.

Der Verlag und der Autor können viel dazu beitragen ein Buch auf einen guten Weg zu lenken.

Die wichtigste Rolle spielt jedoch der Autor. Ohne ihn geht gar nichts.

Das ist leider den wenigsten Autoren bekannt. Und so stellt der Autor das größte Risiko für einen Verlag dar.
Ein Autor der scheu ist, der weder auf Leser noch auf Journalisten zugehen kann, keine Lesungen macht und es nicht schafft eine Fangemeinde aufzubauen, der hat keine Chance.

Ein Buch nimmt man mit ins Café, in die Straßenbahn, auf Reisen, in den Urlaub, an den Strand und ins Bett. Das tut man nur bekanntlicherweise nur mit sympathischen Menschen.

Ein Autor, der nicht in Kontakt tritt mit seinen Lesern, ist wie ein Sänger der nicht auftritt und sagt: "die sollen halt meine CD kaufen".

Ja - Verleger wollen das Gleiche wie der Autor - möglichst viele Bücher verkaufen.
Das klappt jedoch nur, wenn beide auf diese Rolle gut vorbereitet sind.

Einen Roman zu schreiben ist nicht genug.
Zum erfolgreichen Schriftsteller gehört mehr.