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Sag nicht zu viel

Redundanzen – weniger ist mehr

Was mir in 12 Jahren als Verlegerin besonders aufgefallen ist, die meisten Texte von Neuautoren weisen Redundanzen auf. Es wird zu viel erklärt, wiederholt, aus der Befürchtung heraus, der Leser könnte etwas nicht verstehen oder noch nicht verstanden haben. Wiederholungen, überflüssige Erklärungen, machen einen Text jedoch schwerfälligen und langweilig.

Zudem nimmt einem ein so dicht gewebter Wörterteppich die Möglichkeit Rhythmus in einen Text zu bringen, durch kürzere, also schnelle und dann wieder einzelne, betont langsamer fließende, Sätze.

Worte sind kostbar wie Gold und Edelstein für Juweliere, zu viel, zu üppig besetzt, wirkt Schmuck nicht schön, sondern nur klobig und der einzelne Diamant kann nicht mehr leuchten.

Jeder Satz hat Gewicht. Auf je mehr Worte sich das Gewicht verteilt, desto weniger Gewicht bleibt für das einzelne Wort. Besser ist, kein Wort mehr als unbedingt erforderlich, dafür das genau richtige, an der genau richtigen Stelle.

Und ein Text muss Raum lassen für die Fantasie eines Lesers. Ein Autor, der seinen Leser zwingt ihm bis ins kleinste Detail zu folgen, ermüdet ihn und erzeugt Lustlosigkeit. Ermuntern Sie den Leser sich einzubringen, lassen Sie ihm Raum für eigene Gedanken, Farben, Gerüche und Bilder. So hat der Leser die Möglichkeit aus Ihrem Buch ganz seins zu machen. Dafür wird er es lieben.